Es ist so peinlich: wie ein alter Sack höre ich die Nachrichten und denke mir: “ Habe ich doch schon immer  gesagt!“
Keine Katastrophe kommt wirklich überraschend. In Spanien konnte man den Volksaufstand gerade noch verhindern. In Israel gehen die Menschen seit Monaten massiv auf die Strasse, weil  die Auswüchse des Kapitalismus  und der Staatspolitik ein Leben unbezahlbar machen. Wir ignorieren  doch solche Nachrichten, aber jetzt nach ein paar Toten in Großbritannien ist jeder tief betroffen. Laut kritisiert man, dass die Ausstände „unpolitisch“ seien.

Ja, das stimmt. Wir beobachten einen nahtlosen Übergang in die Anarchie. Aber Anarchie ist per Definition unpolitisch!
Gleichzeitig steht das Weltwirtschaftssystem kurz vor dem Kollaps. Heute versuchen die Eüröpäer es mit einer Notfallmaßnahme: Leerverkäufe einiger Bankwerte sind jetzt verboten. Wohlgemerkt: Bankwerte! Mit anderen Papieren darf weiter gezockt werden.Dabei haben es die Regierungen immer ausgeschlossen, die freien Märkte zu beschneiden. Deshalb gibt es bei uns keine Transaktionssteuer.

Ich bin kein Mad Max. Ich stehe nicht auf Weltuntergangstheorien, aber alles spricht dafür, dass der Zusammenbruch bereits stattfindet. Wie der Klimawandel ist der Mechanismus, einmal in Gang gesetzt, ab einem bestimmten Punkt nicht zu stoppen. Ironischerweise trägt der Klimawandel stark dazu bei und die paar verhungernden Somalier sind irrelavant. Weite Teile des Planeten werden für erst einmal lange Zeit unnutzbar. Selbst ohne Wasserraubbau werden sie verwüsten. Noch reden wir von Flüchtlingen. Es ist der Beginn einer Völkerwanderung auf der Flucht vor der Dürre. Ihr Ziel: übervölkerte Regionen, die wegen derselben Ursachen weite Nutzflächen an das Meer, an´s Wasser verlieren.

Da braucht es keinen Science Fiction Autor.

Es bleibt die Frage wie ich damit umgehe. Drauf geschissen! Auch wenn uns genau diese EInstellung soweit gebracht hat. Es wurde immer von irgendjemandem gewarnt. Ganze Generationen wurden wegen ihrer Bedenken kriminalisiert, heruntergemacht, von den Bullen verprügelt und sogar ermordet. Alles im Namen der freien Welt, der heiligen Demokratie? Oder eher im  Namen der freien Märkte und des heiligen Kapitals?
Ich bin in freier Wildbahn kaum überlebensfähig und das, was ich prophezeihe wid mich umbringen. Drauf geschissen! Bisher habe ich hier in Mitteleüröpa ein kriegsfernes, zeimlich  einfaches, komfortables Leben geführt. Und irgendwer muss nun mal drauf gehen, damit unser Planet und vielleicht sogar die Menschheit eine Überlebenschance haben. DIe Zeit der Anarchie werde ich nutzen und mir mit heute illegalen, dann scheißegalen Drogen den Rest  geben.

Aber trotzdem ist das einzig Traurige daran, denn über alles andere kann ich lachen,  die anfangs beschriebene Tatsache: „Das habe, nicht nur ich, schon immer gesagt!“

DON´T PANIC

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Kommentare
  1. nidra sagt:

    Schöne Aussichten!
    Allerdings möchte ich einen derartiges Ableben klar erleben, wenn doch doch sonst schon nicht klar sehe.
    Das mit dem Weltuntergang, oder dem menschengemachten Menschenweltuntergang, der Fall Roms sozusagen, lässt auf sich warten.
    Ehrlich, ich bin dem Weltuntergang schon manchmal bös.
    Soll sich das Scheissteil mal beeilen, ist doch sonst alles so eilig, was Mensch so macht.

    Meinen persönlichen Weltuntergang finde ich im Fortbestehen der etablierten Lebensart.
    So gesehen befinde ich mich bereits und schon lange mittendrin.

    Lieber Weltuntergang …
    ….
    ….
    ….

    Dein,

    Mathias

  2. Max sagt:

    Da ich davon überzeugt bin, dass die meisten Probleme eine Folge von Übervolkerung sind, sehe ich mich als Teil der überflüssigen Menge, die schleunigst ersatzlos weg muss
    Meine Lieblinsdrogen sind Hanfwaren und Opium. Koks fand ich, wie Speed, schon immer eklig. Hat wohl was mit meinem ADS zu tun. Mit Alkohol kannst Du mich jagen. Ich habe so viel gesoffen, das reicht um die Droge zu kennen. In meinen Abtrittsplänen spielt daher Heroin eine entscheidende Rolle und mit klar ist auf H gar nicht. Ist auch nicht Sinn der Sache.
    Ehrlich gesagt ist mir dieser Beitrag noch jetzt etwas komisch- also meiner. Einerseits ist er mir zu pessimistisch, andererseits höre ich seitdem in allen möglichen Medien, dass Menschen dieselben Befürchtungen haben und dieselben Vergleiche ziehen. Komisch ist vielleicht daher falsch, es macht mir doch Angst. Hätte ich gar nicht gedacht. Aber Nina Hagen hat es gut ausgedrückt: Jeder will in den Himmel, aber niemand will sterben.

  3. nidra sagt:

    Gelesen von einem Optimisten ist dein Beitrag definitiv sehr pessimistisch.
    Es gab schon immer Menschen, die auf die Gefahr der „Selbstausrottung“ hingewiesen haben.
    Diese Pessimisten wurden jedoch von einer weitaus größeren Anzahl von Optimisten beständig überstimmt.
    Beide kommen nicht überein.
    Es hat nichts gebracht zu jammern, es hat nichts gebracht, sich was vorzumachen.
    Pessis und Optis haben nur Eines gemeinsam, beide sind Mist!

    “ … sehe ich mich als Teil der überflüssigen Menge, die schleunigst ersatzlos weg muss“

    DAS … macht mich gerade traurig und ich bin tatsächlich dem Versuch geneigt, dich vom Gegenteil zu überzeugen.
    Es ist nicht meine Art und was Gegenteile angeht waren wir uns einig.
    Diese Einigkeit ist selten und ich möchte es also dabei belassen.

    Jeder will in den Himmel, aber niemand will sterben.

    Wir wissen nichts vom Himmel. WIr wissen vom Sterben.
    Man will doch immer das, was man gerade nicht hat.

  4. Max sagt:

    Ich bin viel zu neugierig um ein Pessimist zu sein. Außerdem kann es auch anders kommen. Daher ist auch gar keine Überzeugungsarbeit nötig.
    Ich denke jeder hat das Recht selbstbestimmt abzutretenJetzt könnte man diskutieren, ob Selbsttötung wegen Depression oder Ähnlichem auch darunter fällt, nur bringt das nix. Subjektiv werde ich mir das Recht einfach nehmen. Vor ein paar Tagen haben sich doch gerade wieder drei alte Menschen gemeinsam zu diesem Weg entschieden. Genauso wie etliche Morde gar nicht erst bemerkt werden (nein, das ist keine „Tatort- Weisheit) wird bei Suizid oft ein natürlicher Tod bestätigt, aus Pietät blablabla. SOlche Verabredungen werden auch von der Presse überzeugt ignoriert. So ist es mit dem Tod. Die Gesellschaft versteckt ihn. Wann hast Du mal beobachtet wie ein Verstorbener abgeholt wird? Ich in 48 Jahren noch nie.

  5. nidra sagt:

    Ja, berufsbedingt habe ich das einige Male mitbekommen, aber sonst nicht.
    Das Leben ist die beständige Anstrengung nicht zu sterben. Fressen, verdauen, scheißen … und der ganze andere Kram.
    Von den drei alten Menschen habe ich nichts gehört, doch war vor einer Woche was in den Medien. Drei junge Frauen haben sich gemeinsam weggemacht.
    Ich meine, die waren alle unter 18 Jahre alt und es hieß, sie waren in psychologischer Behandlung.
    Na, den Tag, an dem sich alle mal fragen, was hier wirklich falsch läuft, anstatt auf Krankheiten und Zeugs zu verweisen, den werde ich wohl nicht erleben.
    Es sind immer die Umstände, die zu diesem oder jenem Ereignis führen. Die Umstände, das, was einem so ganz persönlich passiert ist und wie man nun darauf reagiert hat, sind häufig und dauern ein ganzes Leben – bis zu diesem einen Punkt halt, den wir Tod nennen.
    Daher ist für mich auch Suizid ein natürlicher Tod.
    Ich weiss, dafür kriege ich oft auf die Mütze … egal.
    Nur kann ich da nicht wirklich viel an freiem Willen erkennen.
    Eher wie ein kleines Rädchen, das im Getriebe dreht, oder mitgedreht wird – ob es nun will, oder nicht – , auch wenn´s manchmal hakt, das Rädchen.

  6. Max sagt:

    Das nenne ich doch mal eine realistische Sicht der Dinge.

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